1. Prüfverfahren und Open-Arc-Kennwerte: Der Störlichtbogen-Schutzhandschuh muss nach ASTM F2675 / F2675M geprüft und zertifiziert sein. Der thermische Lichtbogenkennwert (ATPV) auf dem Handrücken (dorsal) muss mindestens 120 cal/cm² betragen (Referenzwert: 125,3 cal/cm²). Der ATPV auf der Innenhand (palmar) muss mindestens 25 cal/cm² betragen (Referenzwert: 28,1 cal/cm²) bei uneingeschränkter Werkzeug-Feinmotorik.
2. Gerichteter Lichtbogen (Box-Test): Der Handschuh muss im Box-Test nach EN 61482-1-2 / IEC 61482-1-2 mindestens die Störlichtbogen-Schutzklasse APC 2 bei einem prospektiven Kurzschlussstrom von 7 kA und einer Lichtbogendauer von 0,5 Sekunden gemäß Bewertungsrahmen der DGUV Information 203-077 erreichen.
3. Materialarchitektur und Nahtintegrität: Der Handrücken besteht aus einem nicht schmelzenden, nicht abtropfenden, Polychloropren-beschichteten Para-Aramid-Kompositgewebe gegen hohe Strahlungswärme und direkte Plasmaeinwirkung. Die Innenhand ist aus anatomisch vorgeformtem Vollrindleder gefertigt. Sämtliche Konstruktionsnähte sind mit flammfestem 100-%-Para-Aramid-Industriegarn auszuführen.
4. Mechanische und thermische Leistungsstufen: Der Handschuh muss mindestens die Leistungsstufen 3112X nach EN 388:2016+A1:2018 (Abrieb 3, Schnitt 1, Weiterreißen 1, Durchstich 2, ISO-TDM X) sowie 4X2XXX nach EN 407:2020 (Begrenzte Flammenausbreitung Stufe 4, Konvektive Wärme Stufe 2) nachweisen.
5. Konformität als PSA der Kategorie III: Das Produkt muss als Persönliche Schutzausrüstung der Kategorie III gemäß Verordnung (EU) 2016/425 eingestuft sein und über eine gültige EU-Baumusterprüfbescheinigung einer akkreditierten europäischen Benannten Stelle (AITEX CE 0161) verfügen. EU-Konformitätserklärung (DoC) und Benutzerinformation liegen jeder Lieferung bei.
6. Kompatibilität mit Isolierhandschuhen & Größenspektrum: Der Handschuh muss gemäß OSHA 1910.269 und ASTM F696 uneingeschränkt als äußerer Überhandschuh über elektrisch isolierenden Handschuhen nach DIN EN 60903 / ASTM D120 der Klassen 00, 0, 1 und 2 einsetzbar sein. Lieferbar in mindestens fünf Größen — 9 (S), 10 (M), 11 (L), 12 (XL), 13 (XXL) — mit Gesamtlängen von 280–330 mm (Größe 9–10: 280–300 mm, Größe 11–13: 310–330 mm) zur Wahrung des freien Überschlagsabstands über 360/410-mm-Isolierhandschuhen.
7. Netzbetreiber-Qualifikation und Bemusterung: Der Handschuh erfüllt die technischen Prüfkriterien von Verteil- und Übertragungsnetzbetreibern (VNB/ÜNB). Der Bieter stellt auf Anforderung akkreditierte Prüfberichte sowie Musterpaare für Trageversuche durch die Arbeitssicherheit (HSE) bereit.
8. Biomechanische und klinische Auslegung (ASSH & Histologie): Die Handschuharchitektur entspricht den klinischen ASSH-Leitlinien zu Verbrennungen der oberen Extremität (wonach Störlichtbogen- und Strahlungseinwirkungen überwiegend den Handrücken treffen), der reflektorischen Unterarm-Pronation (200–250 ms Schreckreflex) sowie der Werkzeugabschattung der Innenhand. Zum Schutz der ~0,1 mm dünnen dorsalen Epidermis und der oberflächlichen Strecksehnen vor tiefen Nekrosen und Escharotomie bietet der Handrücken mindestens 120 cal/cm² (Referenzwert: 125,3 cal/cm²) Kompositpanzerung, während die durch Stratum corneum und Werkzeugschatten geschützte Innenhand mindestens 25 cal/cm² (Referenzwert: 28,1 cal/cm²) Naturleder für höchste Feinmotorik aufweist.